Wer wirklich hinter dem Jobwunder steht
1. April 2010
(Gastkommentar von Martin Spieler in “Bild” vom 1.4.2010)
Die Arbeitslosenquote sinkt – und das nach der schwersten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik.
Das verdient Respekt. Danke, Angela Merkel!
Allerdings: Die hohe Zahl der Kurzarbeiter federt den Abschwung ab. Ebenso wie die milliardenteuren Abwrackprämien und Konjunkturpakete.
Den Preis dafür werden die kommenden Generationen zahlen, die den gewaltigen Schuldenberg Deutschlands abtragen müssen.
Darum ist es zu billig, wenn sich Politiker jetzt feiern lassen.
Erstens ist die Arbeitslosenquote von 8,5 % noch viel zu hoch, um Sektflaschen zu öffnen.
Zweitens sind es nicht die Politiker, sondern die vielen Kleinbetriebe, die das Jobwunder möglich machen. Anders als viele Konzerne haben sie ihre Mitarbeiter in der Krise nicht einfach auf die Straße gestellt.
Es sind die vielen Mittelständler im Lande, die auf die Zähne gebissen und ihren Angestellten die Treue gehalten haben. Es sind die Chefs, die in der Krise mit Herzblut für das Überleben ihrer Kleinbetriebe gekämpft und dabei alles riskiert haben.
Sie sind es, welche jetzt Lob verdienen, weil sie anders als manche arrogante Manager in Kauf genommen haben, dass sie weniger verdienen.
Damit stehen sie ein für eine Wirtschaft mit Anstand und schaffen etwas, was der Politik und der Wirtschaft immer mehr fehlt: Vertrauen.
Als Dank dafür sollte die Regierung Merkel die Mittelständler von zu viel bürokratischem Aufwand befreien. Damit sie den Aufschwung in Deutschland wieder richtig in Fahrt bringen.
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