Was wir von Nicolas G. Hayek lernen können
30. Juni 2010
Allen überschwänglichen Nachrufen zum Trotz: Hayek verkörperte genau das, was viele in unserem Land, sei es in der Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft, gar nicht so gerne sehen. Er exponierte sich, war unangepasst, brüskierte das Establishment und liebte die Provokation. Kurz: Er war ein Patriarch mit Ecken und Kanten – kein Manager-Diplomat, in vieler Hinsicht war er politisch unkorrekt. Was können wir von ihm lernen? Es ist primär sein gelebtes Unternehmertum, seine Leidenschaft, etwas zu bewegen, seine Ambition, sich nie mit dem Mittelmässigen zufriedenzugeben, sondern immer das Bessere anzustreben.
Es ist diese Unabhängigkeit und Grosszügigkeit im Denken ohne tausend Wenn und Aber, die wir von Nicolas G. Hayek mitnehmen sollten. Die Kühnheit, Konventionen zu brechen, um Neues zu wagen und zu schaffen. Aber auch den Mut, sich einzumischen – gerade auch in die Politik. Seine Meinung zu sagen, statt als graue Chef-Maus immer abzuwägen, ob uns jemand etwas übel nehmen könnte. Die Leidenschaft für das Bessere hat mich persönlich auch in den letzten knapp sieben Jahren angetrieben, während deren ich zusammen mit meinem hoch motivierten Team die «Handelszeitung» zur grössten Wirtschaftszeitung der Schweiz weiterentwickeln durfte. Mit diesen Zeilen verabschiede ich mich von Ihnen, um künftig die Chefredaktion der «SonntagsZeitung» zu übernehmen. Ich danke Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für die unzähligen positiven Reaktionen, die ich erhalten habe. Meinem Nachfolger bei der «Handelszeitung», Beat Balzli, und seiner Crew wünsche ich von Herzen viel Erfolg.
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