So werden Chefs Totengräber der Marktwirtschaft
7. April 2010
Einverstanden, Brady Dougan und seine Kollegen an der CS-Spitze haben einen guten Job gemacht und Mitarbeiter, Aktionäre und uns Steuerzahler vor einem Desaster wie bei der UBS bewahrt. Einverstanden, die CS steht auch nach der Finanz-krise weit besser da als ihre Schweizer Konkurrentin, die ihren Chefs trotz roter Zahlen ebenfalls Millionen-Boni auszahlt. Dennoch: Hat Dougan wirklich einen Bonus von 71 Mio Fr. verdient, der reichen würde, um die Löhne sämtlicher Staatsangestellter des Kantons Nidwalden während eines ganzen Jahres zu zahlen? Der Vergleich zeigt, wie weit weg sich Entschädigungen einiger Manager von der Realität in unserem Land bewegen.
Es greift zu kurz, die Kritik an solchen Boni nur als Neid oder Hang zu Gleichmacherei abzutun. Viele im Volk, die mit ihren hart verdienten Steuerfranken den Grossbanken faktisch eine Staatsgarantie ermöglichen, fühlen sich für dumm verkauft. Schon das Bankgeheimnis kam nicht durch die Linke zu Fall, sondern zu einem grossen Teil aufgrund illegaler Machenschaften von UBS-Bankern in den USA. Durch ihre hohen Boni treiben Manager nun Politiker an, massiv mehr Gesetze einzuführen. Die Abzocker-Initiative ist nur die Ouvertüre.
Mit ihren irrationalen Boni-Exzessen kappen Spitzenmanager ihre Beziehung zur Gesellschaft und merken in ihrem Geldrausch nicht, dass sie die Marktwirtschaft schwer schädigen. Wegen ihres fehlenden Augenmasses werden sie zu Totengräbern eines für die Schweiz vorteilhaften liberalen Wirtschaftssystems, das bis anhin stark auf Selbstregulierung und einem möglichst freien Spiel der Marktkräfte basiert.
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