Schweizer Chefs schätzen Konjunkturaussichten negativ ein

25. Dezember 2011

88 Prozent der Schweizer Manager, die an der SonntagsZeitung-Umfrage teilgenommen haben, schätzen die Konjunkturaussichten für unser Land negativ ein. Die meisten rechnen damit, dass sie zusätzliche Stellen streichen müssen. Doch nur Kosten zu sparen, genügt nicht, um ein Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Chefs – ob in der Wirtschaft, Gesellschaft oder Politik – sind nicht dafür bezahlt zu klagen. Nichts ist schlimmer, als wenn im Sturm auch noch der Kapitän beginnt, mit den Zähnen zu klappern. Gerade in der Krise müssen Chefs den Mut haben, neue Wege zu gehen, und dafür sorgen, dass das ihnen anvertraute Schiff den Hafen schadlos erreicht. Statt selbst in Pessimismus zu verfallen, müssen sie Vertrauen vermitteln und Firmen rasch auf veränderte Rahmenbedingungen und künftige Trends ausrichten.

Wer hat ein Interesse, das Vertrauen in Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand zu schwächen? Diese Frage stellt sich, nachdem unsere Notenbank vor dem Weihnachtswochenende gezwungen war, Gerüchte zu dementieren, der SNB-Chef habe sich dank dem Euro-Mindestkurs illegal bereichert. Tatsache ist, dass sowohl interne als auch externe Prüfungen ergaben, dass Hildebrand keine Fehler gemacht hat. Tatsache ist aber auch, dass Hildebrand unter Bankern und Politikern Feinde hat, weil er sich konsequent für eine strengere Bankenregulierung, insbesondere von UBS und CS, engagiert. Auch wurde er bis im Sommer heftig wegen der Deviseninterventionen gegen den starken Franken kritisiert und öffentlich sogar als «Falschmünzer» diffamiert. Heute wie damals geht es den Leuten, die Gerüchte gegen Hildebrand gestreut haben, darum, die Integrität des SNB-Präsidenten zu schwächen. Doch damit greifen sie nicht nur Hildebrand an, sondern untergraben gleichzeitig die Glaubwürdigkeit der Nationalbank. Das ist angesichts der ohnehin bestehenden Verunsicherung wegen des starken Frankens und der Euro-Schuldenkrise ein gefährliches Spiel und schadet der Schweiz. Um Klarheit zu schaffen, sollten der SNB-Bankrat und Hildebrand rechtliche Schritte gegen die Urheber solcher Diffamierungen einleiten.

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