Medienpreis Finanzjournalisten 2008

Laudationes zum Medienpreis für Finanzjournalisten 2008, von Prof. Dr. Otfried Jarren, Direktor des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich

Ehrenpreis elektronische Medien für Finanzjournalisten 2008 an Martin Spieler

Die Jury des Medienpreises elektronische Medien für Finanzjournalisten verleiht einen Ehrenpreis für das Jahr 2008 an Martin Spieler für seine finanzjournalistischen Beiträge von Handelszeitung-TV.

Dass ein Chefredaktor einer Wirtschaftszeitung ein gefragter Mann sein kann, das ist unbestritten – das gehört gleichsam zum Pflichtenheft. Wenn aber ein Chefredaktor eines Printmediums sich neben den üblichen Pflichten und Lasten auf den Weg macht, auch via elektronische Medien Finanzwissen zu verbreiten, so ist das ein Ausnahmefall. Und im Falle von Martin Spieler ist hinzuzufügen: Er macht nicht nur «by the way» auch mal Radio- und Fernsehbeiträge, sondern er hat Sendegefässe und -formate entwickelt, diese durch die eigene Person profiliert und ist im schweizerischen Finanzjournalismus nicht mehr wegzudenken.

Seine fachliche Kompetenz ist ebenso unbestritten wie seine Fähigkeit, komplexe und schwierige Themen gut aufzubereiten und auch für ein allgemeines Publikum, eben für die Rezipienten der flüchtigen Radio- und Fernsehprogramme, zu vermitteln. Ausdauer und Kontinuität – auch diese Begriffe fielen in der Jurysitzung bei der Diskussion über die wirtschaftsjournalistischen Beiträge von Martin Spieler – sind weitere Charakteristika seines journalistischen Schaffens im elektronischen Medienbereich.

Spieler kennt sich lange und gut im elektronischen Mediengeschäft aus: Von 1999 bis 2001 leitete er als Chefredaktor die TV-Börsensendungen «Money» und «MoneyTalk» auf Tele 24, und heute ist er vielen Menschen als Chef und Moderator von Handelszeitung-TV bestens bekannt. Mit seinen Gesprächspartnern in seinen Sendungen vermag er auch schwierige Finanz- und Börsenthemen so anzugehen, dass Laien dazulernen können. In einfacher und verständlicher Form, vielfach verbunden mit fachlich kompetenten Interviewpartnern, wird vermittelt.

Hervorzuheben ist zudem, dass es Martin Spieler ausgezeichnet gelingt, lokale Aspekte in seine Sendungen zu integrieren. Das dürfte einerseits mit dafür verantwortlich sein, dass seine Beiträge beachtet werden und dass er über die Zeit ein festes, treues Publikum gewinnen konnte. Und das unter keineswegs leichten Arbeitsbedingungen. Andererseits profitiert von dieser marktnahen lokalen Ausrichtung auch die Zürcher Finanzwirtschaft. Ein Jurymitglied formulierte es so: Mit seinen Sendungen und Beiträgen ist Spieler zu einem «wichtigen Bindeglied zwischen Kunden und Banken geworden». So ist es kein Wunder, dass auch Finanzfachleute wissen müssen und wollen, welche Themen Spieler behandelt, und deshalb seine Sendungen ansehen.

Die Gespräche mit Experten, sorgfältig vorbereitet und in thematischer Hinsicht jeweils gut geplant, sind ergiebig: Im ruhigen Dialog bleibt die Zeit für Nachfragen, Vertiefungen und den Einbezug von – scheinbaren – Nebensächlichkeiten. Die Fähigkeit, sich auf Gesprächspartner einzustellen, ihnen Neues zu entlocken – das zeichnet den Interviewer Martin Spieler aus.

Es ist nicht zuletzt die Persönlichkeit von Martin Spieler, die seine Sendungen attraktiv macht und Publikumsinteresse wie -bindung auszulösen vermag.

Die Jury anerkennt diese anhaltenden wirtschafts- und finanzjournalistischen Leistungen von Martin Spieler und hat ihm, einem der Pioniere der Finanz- und Wirtschaftsberichterstattung in Radio und TV in der Deutschschweiz, deshalb in diesem Jahr einen Ehrenpreis elektronische Medien zuerkannt.

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