Goldman Sachs wird zum Fanal für die Finanzwelt

21. April 2010

Sollte sich nur schon ein Teil der Anschuldigungen der US-Börsenaufsicht sowie der britischen Behörden gegen Goldman Sachs erhärten,muss sich nicht nur die Wall Street, sondern die gesamte internationale Finanzwelt auf eine neue Regulierungsflut einstellen. Die Investmentbank soll Anleger mit verbrieften zweitklassigen Hypothekarkrediten hinters Licht geführt haben. Bereits wird spekuliert, dass auch andere Institute wegen unsauberer Praktiken im Visier der US-Börsenaufsicht sind. Wenn Goldman Sachs und andere Investmentbanken tatsächlich systematisch gut zahlende Kunden bevorzugt und andere betrogen haben, bringt dies selbst liberale Kräfte in einen Argumentationsnotstand, die sich bislang vehement gegen eine weitere gesetzliche Einengung des Handlungsspielraums von Finanzfirmen aussprachen. Betrügereien oder auch nur Tricks am Rande der Legalität höhlen die Marktwirtschaft aus und verdienen keinen Schutz. Wie der Enron-Skandal Auslöser für massive gesetzliche Verschärfungen im Rahmen des Sarbanes-Oxley Act war, dürfte der Fall Goldman Sachs für die Regierung Obama Anlass sein, um die Wall Street in einen goldenen Gesetzes-Käfig zu sperren. Dies würde auch bei uns den Spielraum von UBS und CS einengen und auf die Margen drücken. Ebenso wie die Bilanztricks bei Lehman Brothers verunsichert die Klage gegen Goldman Sachs Kunden und Anleger und trägt dazu bei, die letzten Reste an Vertrauen in die Finanzwelt, die aufgrund der Boni-Exzesse, Milliardenverluste und Staatshilfen schon massiv Schaden genommen hat, langsam, aber sicher zu zerstören.

Eine Reaktion zu “Goldman Sachs wird zum Fanal für die Finanzwelt”

  1. Peter Redlatsam 27. April 2010 um 14:12 Uhr

    …Sie sollten einmal die Jelmoli-Aktionäre fragen, wieviel die schliesslich verloren haben weil GS-Leute aus Frankfurt den Verkaufsprozess des Immobilienportefeuilles 2007 wie die letzten arroganten Stümper durchgeführt haben… – Wir sprechen von knapp CHF 1.7 Milliarden! Aus unerfindlichen Gründen (Schmiergeld?) haben die GS-Leute damals – nach dem Ausstieg eines Hong-Kong-Chinesen aus dem finalen Bieterrennen (letzte 3 Kandidaten) – den Zuschlag einer israelischen Gruppe gegeben, die bekanntermassen zum damaligen Zeitpunkt nicht über die Equity verfügte, um den Deal über 3,65 Milliarden zu stemmen. Gleichzeitig wurde eine sehr potente englische Gruppe (ebenfalls jüdisch) mit gleichhohem Angebot und komplett präsentierter Finanzierung (mit 30% Equity) systematisch diskriminiert und ausgebootet. Kassiert haben die GS-Leute wohl trotzdem…

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