Flüchtlingszentren: Kantone müssen das Problem der Kleinkriminalität in den Griff bekommen
27. November 2011
Asylbewerber, die Markenkleider abräumen, Autos knacken oder alkoholische Getränke stehlen und gewalttätig werden, sorgen für viel Mehrarbeit bei der Polizei.
Die Tatsache, dass sich Sicherheitsdirektoren aus unterschiedlichen Parteien wie FDP und SP und aus mehreren Kantonen über einen deutlichen Anstieg der Kriminalität von Asylsuchenden beklagen, muss uns hellhörig machen. Offenbar haben wir es nicht mit Menschen zu tun, die klauen, weil sie Hunger haben, sondern in vielen Fällen mit jungen Männern, die sich auf eigene Faust und ohne Rücksicht auf Gesetze einen besseren Lebensstil ermöglichen. Selbst die Flüchtlingshilfe spricht von einem Problem. Da geht es nicht um billige politische Stimmungsmache gegen Ausländer, sondern um Missstände, die rasch angegangen werden müssen. Einfach wegzuschauen, funktioniert nicht.
Auch künftig dürfte die Schweiz mit einer Zunahme der Asylgesuche konfrontiert sein. Umso wichtiger ist es, dass die Kantone das Problem der Kleinkriminalität rund um Flüchtlingszentren rasch in den Griff bekommen. Damit dies gelingt, sollten das Asylverfahren deutlich verkürzt werden und mit hoher Dringlichkeit zusätzliche Rücknahmeabkommen mit weiteren Staaten abgeschlossen werden, um kriminelle Asylbewerber wirklich ausschaffen zu können.
Die Schweiz ist zu Recht stolz auf ihre humanitäre Tradition. Sie hat ihre Wurzeln in unserer geschichtlichen Rolle als Asylland und in der Gründung des Roten Kreuzes durch den Genfer Henry Dunant. Die humanitäre Tradition gilt es auch heute zu pflegen, obschon delinquente Asylsuchende diese auf eine harte Probe stellen. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Mehrheit der Asylbewerber keine Probleme macht. Jene aber, die kriminell oder gewalttätig werden, vergiften die öffentliche Stimmung. Weit schlimmer als der finanzielle Schaden, der von kriminellen Asylsuchenden verursacht wird, ist die Tatsache, dass sie die Toleranz der Bevölkerung strapazieren und jenen Kräften Auftrieb geben, die undifferenziert in jedem Ausländer einen potenziellen Verbrecher vermuten.
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