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	<title>MartinSpieler.ch - Der Schweizer Wirtschaftsblog</title>
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		<title>Griechenland gehört nicht in die Eurozone</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 07:11:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Spieler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Griechenland kommt mir vor wie ein verzweifelter Schüler, den die Eltern trotz ungenügender Noten ins Gymnasium gesteckt haben und bei dem kaum Chancen bestehen, dass er je den Anschluss an die Klasse schafft. Es ist Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen: Griechenland gehört nicht in die Eurozone. Und hatte da nie etwas zu suchen. Es war ein Kapitalfehler, Griechenland überhaupt an der Währungsunion teilnehmen zu lassen. Die ökonomischen Ungleichgewichte in der Eurozone sind viel zu gross – so gross wie der Gegensatz zwischen Berlin und Athen. Deutschland hat in der Währungs- und Zinspolitik ganz andere Interessen als Griechenland und die übrigen Schuldenstaaten. Zwar versucht die Europäische Zentralbank, die verschiedenen Bedürfnisse unter einen Hut zu kriegen. Die Praxis zeigt aber, dass dies nicht funktioniert. Nie funktionieren kann. Mit dem nun eingeschlagenen Kurs fährt Griechenland seine Wirtschaft vollends an die Wand – direkt in die Pleite. Eine Bankrotterklärung ist dies auch für die EU. Denn die Währungsunion entsprach nie den ökonomischen Realitäten, sondern war primär politisch motiviert. Um den politischen Zusammenhalt zu festigen, wollte man die Einheitswährung durchdrücken – koste es, was es wolle. Der Preis ist inzwischen so hoch, dass er für die Griechen nicht mehr zahlbar ist und selbst für Deutschland, den grossen Zahlmeister der EU, aber auch für Frankreich unerschwinglich wird.</p>
<p>Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wäre für das Land und für die EU ein Befreiungsschlag. Die grosse Katastrophe wäre es längst nicht mehr:</p>
<p>Man hat schon so viel darüber gesprochen, dass die Schockwirkung ausbleibt. Der Aufwertungsdruck auf den Franken dürfte nur temporär zunehmen – in der Substanz wird der Euro sogar gestärkt. Die EU könnte all die Milliarden, die jetzt im griechischen Fass ohne Boden versickern, sinnvoller in den Wiederaufbau Griechenlands und die Stützung von Staaten wie Spanien, Italien und Portugal investieren, bei denen noch Hoffnung auf eine Genesung besteht.</p>
<p>Trotz der Klagen über die renitenten Griechen dürfte es den Deutschen und Franzosen insgeheim gelegen kommen, wenn sich Griechenland nun ins Abseits manövriert.</p>
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		<title>Machtwechsel bringt Frankeich und Griechenland keine Besserung</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 06:27:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Spieler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Frankreich – la Grande Nation ist kleinmütig geworden. Wirklich gross sind nur noch die Arbeitslosigkeit, die Schuldenberge und die Gegensätze zwischen Establishment und der wachsenden Schicht der Frustrierten. Es ist nicht einfach eine Schicksalswahl zwischen links und rechts, die Frankreich heute erlebt. Über die schrille Wahlkampfrhetorik hinaus ist es in der Praxis ziemlich egal, ob [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frankreich – la Grande Nation ist kleinmütig geworden. Wirklich gross sind nur noch die Arbeitslosigkeit, die Schuldenberge und die Gegensätze zwischen Establishment und der wachsenden Schicht der Frustrierten.</p>
<p>Es ist nicht einfach eine Schicksalswahl zwischen links und rechts, die Frankreich heute erlebt. Über die schrille Wahlkampfrhetorik hinaus ist es in der Praxis ziemlich egal, ob der Sozialist François Hollande oder der auf dem Papier bürgerliche Nicolas Sarkozy regiert. Beide sind in einem Ausmass staatsgläubig, wie man es fast nur noch in Frankreich erlebt. Beide haben angesichts der Eurokrise, der miesen Konjunktur und des Drucks der radikalen Protestparteien Front National und Front de Gauche nur wenig Spielraum: Sie kommen nicht darum herum, den Staatshaushalt zu sanieren.</p>
<p>Noch offensichtlicher ist das Dilemma in Griechenland: Auch da stecken Konservative und Sozialisten im Sparkorsett, während Parteien des extremen linken und rechten Spektrums dem Volk vorgaukeln, dass das Land wie bisher herumwursteln könne. Noch hält die Allianz zwischen Deutschland und Frankreich die Eurozone zusammen. Daran ändert eine sozialistische Präsidentschaft nichts. Gefährlich wird es aber, wenn die riesige Schicht der Arbeitslosen und Frustrierten in Frankreich – ebenso in Spanien oder Italien – merkt, dass ein Machtwechsel für ihr Schlamassel keine Besserung bringt. Dann bekommen Extremisten der Rechten und Linken noch mehr Aufwind. Gewalttätige Proteste nehmen zu. Obwohl es der Schweiz auch künftig besser geht als den Euroländern, kann uns diese Entwicklung nicht kaltlassen. Trotz Milliardenhilfen halte ich eine Pleite einzelner Eurostaaten für wahrscheinlich. In einem Klima, das von Unruhen geprägt ist, nimmt der Druck der EU auf die Schweiz zu – ebenso die Flucht in den Franken und die Migration. Bilaterale Lösungen werden schwieriger. Angesichts der Radikalisierung in Europa sollten wir in der Schweiz – wenn Gesamtinteressen des Landes auf dem Spiel stehen – mehr Einigkeit demonstrieren. Damit es uns nicht geht wie der Grande Nation, die nicht nur ihren Stolz zu verlieren droht, sondern auch das, was Franzosen ebenso wichtig ist wie uns: Freiheit und Unabhängigkeit</p>
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		<title>Der Erfolg gibt Facebook recht</title>
		<link>http://www.martinspieler.ch/der-erfolg-gibt-facebook-recht/20120429</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 06:32:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Spieler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, ich werde keine Facebook-Aktien kaufen. Obwohl das soziale Netzwerk die Welt verändert. Obwohl es Kultcharakter hat. Obwohl uns mit Facebook der spektakulärste Börsengang des Jahres bevorsteht. Fünf Milliarden Dollar soll dieser in die Kasse von Mark Zuckerberg &#38; Co. schwemmen. Fünf Milliarden für nur fünf Prozent des Eigenkapitals. Damit wäre Facebook 100 Milliarden Dollar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, ich werde keine Facebook-Aktien kaufen. Obwohl das soziale Netzwerk die Welt verändert. Obwohl es Kultcharakter hat. Obwohl uns mit Facebook der spektakulärste Börsengang des Jahres bevorsteht. Fünf Milliarden Dollar soll dieser in die Kasse von Mark Zuckerberg &amp; Co. schwemmen. Fünf Milliarden für nur fünf Prozent des Eigenkapitals. Damit wäre Facebook 100 Milliarden Dollar wert. Also gleich viel wie die fünf Weltkonzerne ABB, Swiss Re, Swatch Group, SGS und Adecco zusammen. Und dies, obschon Facebook sechsmal weniger verdient. Auf dieser Basis wäre Facebook massiv überbewertet. Angesichts des riesigen Potenzials dürfe die Plattform nicht nach herkömmlichen Bewertungsmodellen eingestuft werden, wenden Facebook-Fans ein. Mag sein. Doch das erinnert mich an die leeren Versprechen während der Internet-Blase vor zwölf Jahren, als für Technologiefirmen Fantasiepreise hingeblättert wurden und unzählige Sparer und Privatanleger nach dem Crash viel Geld verloren.</p>
<p>Damit soll die phänomenale Leistung von Facebook keinesfalls angezweifelt oder das Netzwerk verteufelt werden. Dies wäre ebenso unklug, wie wenn das Handy infrage gestellt würde, nur weil einige den Umgang damit nicht im Griff haben. Der Erfolg gibt Facebook recht: In nur acht Jahren wuchs die Plattform von einigen Hundert auf über 900 Millionen Nutzer weltweit. Ich staune allerdings, wie viel persönliche Angaben und Bilder die Nutzer auf dem Netz preisgeben – ohne zu überlegen, was mit den Daten passiert und wer profitiert. Wie kein anderes Unternehmen schafft es Facebook, die Beziehungen unter Menschen weltweit zu kommerzialisieren. Ohne sich dessen bewusst zu sein, geben die Nutzer die Rechte an ihren Daten ab. Derzeit ist Facebook daran, neue Nutzungsbedingungen einzuführen, die es den Usern erschweren, die Verbreitung ihrer Daten zu kontrollieren. Dabei versprach Zuckerberg, dass er die Welt mit Facebook offener machen und Menschen einander näher bringen wolle. Was so locker und trendig in Form unseres Facebook-Eintrags daherkommt, ist in der Praxis ein Blankocheck für die kommerzielle Nutzung unserer privaten Daten. Bei jeder anderen Firma würden wir dagegen Sturm laufen.</p>
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		<title>Hinter dem Steuerstreit stecken handfeste Wirtschaftsinteressen</title>
		<link>http://www.martinspieler.ch/hinter-dem-steuerstreit-stecken-handfeste-wirtschaftsinteressen/20120422</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 07:09:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Spieler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Banker sind die Buhmänner der Nation. Und sie sind zum grossen Teil selbst schuld: Mit horrenden Boni, Milliardenflops und zwielichtigen Geschäften haben einige den Volkszorn auf sich gezogen. Während bei den Salären noch immer ein grosser Graben zum Rest der Wirtschaft und der Gesellschaft besteht, vollzieht die Branche in ihrer Geschäftsausrichtung die grösste Zäsur der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Banker sind die Buhmänner der Nation. Und sie sind zum grossen Teil selbst schuld: Mit horrenden Boni, Milliardenflops und zwielichtigen Geschäften haben einige den Volkszorn auf sich gezogen. Während bei den Salären noch immer ein grosser Graben zum Rest der Wirtschaft und der Gesellschaft besteht, vollzieht die Branche in ihrer Geschäftsausrichtung die grösste Zäsur der letzten 60 Jahre: Unversteuertes Geld anzunehmen, wird immer mehr zum Tabu. Nicht etwa, weil die Banker bessere Menschen geworden wären, sondern weil die Risiken für dieses Geschäftsmodell angesichts des juristischen und politischen Drucks aus dem Ausland viel zu gross geworden ist. Ebenso wie früher bei der Geldwäscherei entwickelt sich die Schweiz im Umgang mit unversteuerten Geldern im internationalen Vergleich zum Musterschüler. Dumm nur, dass dies kaum jemand zur Kenntnis nimmt – oder nehmen will. BankenBashing bringt Stimmen – egal ob links oder rechts.</p>
<p>Man muss die Banken nicht lieben, aber wir sollten klug genug sein, daran zu denken, dass der Finanzsektor für weit über 10 Prozent unserer Wirtschaftsleistung und 200 000 Jobs steht. Diese Arbeitsplätze dürfen wir nicht aufs Spiel setzen. Und schon gar nicht eine Branche, von der unser Land – nicht nur Boni-Banker, auch viele KMU als Zulieferer und Tausende von Arbeitnehmern – sehr gut lebt, schwächen, indem wir gegenüber den USA und der EU laufend einknicken und in vorauseilendem Gehorsam alle Forderungen brav umsetzen und selbst unterschriebene Abkommen nachbessern. Es wäre naiv, zu glauben, dass es im Steuerstreit gegen die Schweiz um ethische Fragen geht: Vielmehr stecken dahinter handfeste Wirtschaftsinteressen. Auch wenn sich die Schweizer Banken zu Recht vorwerfen lassen müssen, dass sie nur aufgrund von massivem Druck zu Veränderungen Hand boten, sind die Reihen zu schliessen. Statt sich im Inland zu bekämpfen, sollten Politik und der Finanzsektor gegenüber dem Ausland am gleichen Strick ziehen. Das schliesst Kritik nicht aus. Nicht nur die Banken, auch die Schweiz als Ganzes hat viel gelernt und die Lehren umgesetzt. Die Zeit des Kniefalls ist vorbei. Es ist Zeit, dass wir als Land wieder den aufrechten Gang üben.</p>
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		<title>Wo ist der Pioniergeist der Schweizer Energiepolitik?</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 07:04:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Spieler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Gaskombikraftwerke statt Atomenergie: So will Bundesrätin Doris Leuthard die Stromlücke schliessen. Doch damit wechseln wir lediglich von einem grossen zu einem kleineren Übel. Die eine Dinosauriertechnik löst die andere ab. Statt auf Strom aus AKW setzen wir auf riesige Gaskraftwerke, die zu Recht als CO2-Dreckschleudern gelten. Während Autofahrerinnen und Autofahrer sowie die Wirtschaft für ihren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gaskombikraftwerke statt Atomenergie: So will Bundesrätin Doris Leuthard die Stromlücke schliessen. Doch damit wechseln wir lediglich von einem grossen zu einem kleineren Übel. Die eine Dinosauriertechnik löst die andere ab. Statt auf Strom aus AKW setzen wir auf riesige Gaskraftwerke, die zu Recht als CO2-Dreckschleudern gelten. Während Autofahrerinnen und Autofahrer sowie die Wirtschaft für ihren CO2-Ausstoss bestraft und mit Lenkungsabgaben zur CO2-Reduktion gezwungen werden, sollen wir bei den Gaskombikraftwerken in Kauf nehmen, dass sich die Klimabilanz der Schweiz massiv verschlechtert. Ausserdem machen wir uns noch mehr von politisch instabilen Gasförderländern wie dem Iran, Aserbeidschan, Nigeria oder Katar abhängig.</p>
<p>Gas statt Atom: Eine innovative Lösung ist das nicht. Wir verpassen die Chance, energietechnisches Neuland zu betreten. Als die Schweizer Uhrenindustrie in den 70er-Jahren darniederlag, begnügte sich Uhrenpionier Nicolas Hayek nicht mit dem auf den ersten Blick technisch Machbaren. Stattdessen revolutionierte er die Uhrenindustrie. Diese Zäsur machte es möglich, dass unser Land heute weltweit die besten Uhren herstellt. Die Stromlücke, die der Atomausstieg hinterlässt, ist nicht zu unterschätzen. Doch sie sollte Ansporn sein für einen Innovationsschub von Forschung, Wirtschaft und Staat. Das Potenzial der Geothermie, von Kleinwasserkraftwerken, Nano-Solarzellen und der Biomassenverwertung, um nur einige Forschungsprojekte der ETH zu nennen, wird noch lange nicht ausgeschöpft. Wo ist der Pioniergeist in der Schweizer Energiepolitik? Wenn wir uns schon für den radikalen Schritt des Atomausstiegs entscheiden, sollten wir den Mut haben, Visionen zu entwickeln, und uns nicht technokratisch nur mit dem Naheliegenden zufriedengeben.</p>
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		<title>Ratifzierung Steuerabkommen Deutschland-Schweiz: Minimalbedingungen müssen erfüllt sein</title>
		<link>http://www.martinspieler.ch/steuerabkommen-schweiz-deutschland-minimalbedingungen-mussen-erfullt-sein/20120408</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Apr 2012 10:58:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Spieler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wären die Schweiz und Deutschland verheiratet, wären sie einen Fall für den Scheidungsanwalt. Nach einer Woche der Gehässigkeiten, die ein jämmerliches Niveau erreichten, haben sich die beiden Länder vor Ostern zwar doch noch zusammengerauft und das Zusatzabkommen zum Steuervertrag unterzeichnet. Nicht aus Liebe, sondern aus Berechnung. Die Schweiz, weil sie den automatischen Informationsaustausch fürchtet wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wären die Schweiz und Deutschland verheiratet, wären sie einen Fall für den Scheidungsanwalt. Nach einer Woche der Gehässigkeiten, die ein jämmerliches Niveau erreichten, haben sich die beiden Länder vor Ostern zwar doch noch zusammengerauft und das Zusatzabkommen zum Steuervertrag unterzeichnet. Nicht aus Liebe, sondern aus Berechnung. Die Schweiz, weil sie den automatischen Informationsaustausch fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Und Deutschland, weil dank Abgeltungssteuer aus der Schweiz viel Geld in deutsche Kassen fliesst. Dass das Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz weit weniger harmonisch ist, als dies der Bundesrat gerne darstellt, zeigt nicht nur der Steuerkonflikt, sondern auch die zweite Baustelle in der Beziehung der beiden Länder: der Fluglärmstreit. Da sind die Verhandlungen gescheitert. Deutschland versucht trotz Kompromissbereitschaft der Schweiz die eigenen Vorstellungen arrogant durchzudrücken. Steuer- und Fluglärmstreit reissen alte Wunden auf.</p>
<p>Doch anders als zwei Eheleute, die sich auseinandergelebt haben, können sich die Schweiz und Deutschland nicht einfach voneinander lossagen. Zu eng sind die wirtschaftlichen Verbindungen der Schweiz mit dem wichtigsten Handelspartner Deutschland. Dass nun deutsche Bundesländer, kaum wurde das Zusatzprotokoll vor Ostern unterzeichnet, schon wieder drohen, neue CDs mit gestohlenen Daten aus der Schweiz aufzukaufen, ist eine nicht akzeptierbare Frechheit. Im Steuerstreit ist die Schweiz Deutschland sehr weit entgegengekommen. Darum ist es jetzt an Deutschland, Hand zu bieten für einen ehrlichen Kompromiss bei den Anflügen. Damit unser Parlament das Steuerabkommen ratifiziert, sollten zwei Bedingungen gestellt werden: Erstens braucht es ein Entgegenkommen im Fluglärmstreit und zweitens eine verbindliche Zusicherung, dass Deutschland keine gestohlenen Kundendaten aus der Schweiz mehr kauft. Dass sich Deutschland mit Dieben einlässt, ist eines Rechtstaates nicht würdig. Ohne Erfüllung dieser Minimalbedingungen darf die Schweiz das Steuerabkommen auf keinen Fall annehmen.</p>
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		<title>Der Preis für den Steuerdeal mit Deutschland ist zu hoch</title>
		<link>http://www.martinspieler.ch/der-preis-fur-den-steuerdeal-mit-deutschland-ist-zu-hoch/20120401</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2012 08:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Spieler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergessen wir doch den Steuerdeal mit Deutschland. Der Preis ist zu hoch. Der Wert zu tief. Wenn man den Konflikt mit etwas Abstand betrachtet, fragt man sich, warum die Schweiz so verbissen ein Steuerabkommen anstrebt. Wofür kämpfen wir denn: für deutsche Bürger, die bei uns Schwarzgeld parkieren? Für Banken, die von unversteuerten Vermögen zwar während [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vergessen wir doch den Steuerdeal mit Deutschland. Der Preis ist zu hoch. Der Wert zu tief. Wenn man den Konflikt mit etwas Abstand betrachtet, fragt man sich, warum die Schweiz so verbissen ein Steuerabkommen anstrebt. Wofür kämpfen wir denn: für deutsche Bürger, die bei uns Schwarzgeld parkieren? Für Banken, die von unversteuerten Vermögen zwar während vieler Jahren gut gelebt haben, aber nicht darum herumkommen, ihre Strategie neu auszurichten? Selbst unter den Banken ist das Steuerabkommen nach den massiven Zugeständnissen von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf umstritten.</p>
<p>Aus Sicht von uns Bürgerinnen und Bürgern lohnt es sich nur, für etwas zu kämpfen: für Rechtssicherheit und den Schutz der Privatsphäre im Inland. Doch ausgerechnet für die Rechtssicherheit bietet der Steuerdeal keine Gewähr. Ursprünglich hätte das Abkommen mit Deutschland als Modellfall für weitere Steuerverträge mit Ländern wie Frankreich, Italien oder Holland dienen sollen. Indem die Schweiz trotz unterschriebenem Vorvertrag Hand zu einschneidenden Zugeständnissen bot, wurde offensichtlich: Jedes Land weiss nun, dass man mit der Schweiz wie auf dem Basar nur hart genug verhandeln muss, und man bekommt, was man will.</p>
<p>Der Haftbefehl gegen deutsche Steuerfahnder ist immerhin ein richtiges Signal – leider nicht von der Politik, sondern von der Justiz. Im Sinne der Rechtssicherheit macht die Schweiz klar, dass es nicht akzeptabel ist, wenn deutsche Steuerfahnder gestohlene Kundendaten aus der Schweiz aufkaufen und gegen Gesetze verstossen. Der Haftbefehl dürfte die Opposition von SPD-regierten Bundesländern gegen den Steuerdeal noch verstärken. Das macht nichts. Denn mit oder ohne Steuerabkommen ist es nur eine Frage der Zeit, dass die EU mit Druck versucht, den automatischen Informationsaustausch durchzusetzen. Dieser allerdings ist nicht einmal innerhalb der ganzen EU Realität. Statt uns im Steuerstreit aufzureiben, sollten wir unsere Kräfte darauf konzentrieren, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Inland weiter zu verbessern. Dann fliessen nicht nur Gelder in unser Land, sondern kommen vermehrt Firmen, die neue Jobs schaffen. Davon profitieren alle.</p>
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		<title>Parteien zu finanzieren, ist nicht Aufgabe der Grossbanken</title>
		<link>http://www.martinspieler.ch/grossbanken-sollten-keine-parteien-finanzieren/20120325</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 06:08:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Spieler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Grossbanken sollten keine Parteien finanzieren. Das ist nicht ihre Aufgabe. Lieber erhöhen sie die mickrigen Zinsen auf unseren Sparkonti, verlangen von ihrer Kundschaft weniger hohe Gebühren oder beglücken wohltätige Organisationen. Die CS bestätigt endlich, was die SonntagsZeitung bereits vor drei Wochen aufgedeckt hat: Die Grossbank unterstützt die Schweizer Parteien künftig mit insgesamt einer Million Franken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Grossbanken sollten keine Parteien finanzieren. Das ist nicht ihre Aufgabe. Lieber erhöhen sie die mickrigen Zinsen auf unseren Sparkonti, verlangen von ihrer Kundschaft weniger hohe Gebühren oder beglücken wohltätige Organisationen. Die CS bestätigt endlich, was die SonntagsZeitung bereits vor drei Wochen aufgedeckt hat: Die Grossbank unterstützt die Schweizer Parteien künftig mit insgesamt einer Million Franken jährlich. Sie will nicht nur FDP, SVP, CVP, BDP und GLP sponsern, sondern auch die Linke mit SP und Grünen, die sie wegen Millionen-Boni, Gewinnmaximierung oder Schwarzgeldern heftig kritisieren. Alle erhalten Geld. Ganz nach dem Prinzip: Sie sind alle so nett. Dass die CS und in kleinerem Umfang Raiffeisen nicht mehr nur jenen Gelder überweisen, die ihnen politisch genehm sind, wirkt auf den ersten Blick grosszügig. Dennoch fragt man sich, was die Finanzinstitute mit ihren Spenden tatsächlich erreichen möchten. Sollen die SP und die übrigen Parteien milde gestimmt werden, wenn in den Eidgenössischen Räten über Anliegen der Banken debattiert wird? Oder sind die Gelder eine Wiedergutmachung dafür, dass die Politik UBS und CS in der Finanzkrise und im Steuerstreit mehrfach aus dem Schlamassel ziehen musste? Wenn Grossbanken ihre Zuwendungen mit gesellschaftlicher Verantwortung begründen, ist das scheinheilig. Selbst wenn Geld im Giesskannenprinzip an alle Parteien geht: Niemand bezahlt eine Million ohne Absichten. Da ist es ehrlicher, wenn diese offengelegt werden. Problematisch sind solche Spenden auch für die Parteien selbst. Sie stellen nicht nur SP und Grüne vor ein Dilemma. Auch bürgerliche Parteien sollten die Gelder nicht annehmen, denn sie machen sie abhängig – etwa dann, wenn sich SVP und CVP über überrissene Bankerlöhne ärgern oder strengere Auflagen für das Investment-Banking durchsetzen möchten. Erst recht grotesk wird es, wenn die SP künftig vor Abstimmungen die Kampagnen des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse bekämpft. Finanziert würden neu beide Seiten von den Grossbanken. Oder anders gesagt: von uns Kunden. Das ist ökonomischer und politischer Unsinn, den wir uns sparen können.</p>
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		<title>Medien: Verletzungen der Intimsphäre dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Mar 2012 09:37:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Spieler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie tief ist unser Respekt vor verstorbenen Menschen gesunken, wenn wir uns in scheinheiliger Betroffenheit an Bildern der Opfer des Busdramas im Wallis ergötzen? Die Fotos, Briefe und Sätze von Kindern, die der «Blick» und andere Medien veröffentlicht haben, sind mehr als nur eine Geschmacklosigkeit. Sie verletzen die Privatsphäre der Kinder auf brutalste Weise und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie tief ist unser Respekt vor verstorbenen Menschen gesunken, wenn wir uns in scheinheiliger Betroffenheit an Bildern der Opfer des Busdramas im Wallis ergötzen? Die Fotos, Briefe und Sätze von Kindern, die der «Blick» und andere Medien veröffentlicht haben, sind mehr als nur eine Geschmacklosigkeit. Sie verletzen die Privatsphäre der Kinder auf brutalste Weise und stören ihren Totenfrieden. Indem wir Bilder und Liebesbeteuerungen dieser Kinder an Verwandte schamlos in der Öffentlichkeit ausbreiten, machen wir sie zum zweiten Mal zu Opfern.</p>
<p>Was gewinnen wir denn für Erkenntnisse, wenn wir Gesichter, Namen und Vorlieben von Menschen anschauen, die in der Bustragödie ihr Leben verloren? Keine. Da geht es nicht um Mitleid. Wir befriedigen nicht legitime Informationsbedürfnisse, sondern einzig unseren Voyeurismus, ohne öffentlichen Informationswert. Im Fall der Opfer des Busunglücks haben einige Medien die Intimsphäre von Menschen auf grobe Weise verletzt. Diese Fehlleistungen dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben.</p>
<p>Ebenso wie die Kinderfotos hat mich vergangene Woche ein Bild über den Amoklauf in Basel schockiert: Während sich Rettungsleute um blutende Opfer kümmern, zücken Schaulustige ihr Smartphone und halten die Szene fest. Das Beispiel ist kein Einzelfall und zeigt, dass es nicht genügt, nur mit dem Finger auf sensationsgeile Boulevardmedien zu zeigen.</p>
<p>Im Zeitalter von Internet, Facebook und allgegenwärtiger Smartphones wird die Privatsphäre für uns alle ein kostbares Gut. Darum braucht es eine breite Debatte darüber, wie wir moderne Medien nutzen. Anders als in Zeitungen, am Radio oder im Fernsehen lassen sich Verletzungen der Intimsphäre im Internet und mit Smartphones mit strengeren Gesetzen kaum verhindern. Wie in anderen Lebensbereichen braucht es ethische Regeln, was im Internet und im Umgang mit Smartphones erlaubt ist und wo Grenzen überschritten sind. Eine Messlatte können wir selbst setzen: indem wir uns vorstellen, wie wir uns fühlen würden, wenn Unbekannte uns fotografieren, wenn wir in Not sind, und diese Bilder im Netz verbreitet würden.</p>
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		<title>Bischof Vitus Huonder sorgt mit einem Hirtenbrief schweizweit für Empörung</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 07:46:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Spieler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[«Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein», sagte Jesus den Schriftgelehrten und Pharisäern, die eine Ehebrecherin steinigen wollten. An diese Bibelworte musste ich denken, als ich den Hirtenbrief von Bischof Vitus Huonder las, der heute in den katholischen Kirchen des Bistums Chur verkündet werden soll. Jede Scheidung sei ein menschliches Drama für Eheleute und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>«Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein», sagte Jesus den Schriftgelehrten und Pharisäern, die eine Ehebrecherin steinigen wollten. An diese Bibelworte musste ich denken, als ich den Hirtenbrief von Bischof Vitus Huonder las, der heute in den katholischen Kirchen des Bistums Chur verkündet werden soll. Jede Scheidung sei ein menschliches Drama für Eheleute und betroffene Kinder, räumt Huonder ein. Umso unverständlicher ist, dass er für Geschiedene, die wieder geheiratet haben, den Ausschluss von den Sakramenten fordert. Wie sehr er damit nicht nur die Gefühle von Christen verletzt, sondern auch kirchenintern im Abseits steht, zeigt die Tatsache, dass sich viele Priester weigern, den Hirtenbrief zu verlesen. Damit Sie sich selbst ein Urteil bilden können, haben wir ihn auf <span style="color: #000000"><a href="http://www.sonntagszeitung.ch/nachrichten" target="_top"><span style="color: #000000">www.sonntagszeitung.ch/nachrichten</span></a></span> aufgeschaltet und Bischof Huonder mit der Kritik konfrontiert. Er möchte die Menschen zum Glauben hinführen und ihnen helfen, verteidigt sich Bischof Huonder im Exklusivinterview mit der SonntagsZeitung. Mit seiner harten Linie nimmt er bewusst Kirchenaustritte in Kauf. Anders als Jesus, der sich mit Gesetzesbrechern, dem unehrlichen Zöllner Zachäus und Prostituierten an einen Tisch setzte, stösst Huonder mit seiner unbarmherzigen Haltung jene, die seelische Unterstützung brauchen, vor den Kopf. Statt die Arme weit für Menschen in Not zu öffnen, verschliesst er ihnen mit Verweis auf die kirchliche Lehre den Zugang zu den Sakramenten. Nicht einmal die Beichte will der Bischof angeblichen Sündern, die oft wieder Familien mit Kindern haben, vorbehaltlos abnehmen. Dabei sagt Jesus: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Für gläubige Christen ist die Fastenzeit eine Zeit der Einkehr und des Friedens. Mit dem Hirtenbrief sät Bischof Huonder Unfrieden und brüskiert Gläubige. Der Widerstand von Priestern stimmt immerhin optimistisch, da es in der katholischen Kirche viele Kräfte gibt, die nicht auf Dogmen bauen, sondern den Fokus auf Menschen und ihre Nöte legen. Von einem Bischof darf man erwarten, dass er sich nicht nur dogmatisch auf eine rückwärtsgewandte Lehre beruft, sondern Antworten bietet auf die realen Sorgen der Gläubigen.</p>
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