Euro-Politiker sind die grössten Spekulanten
19. Mai 2010
Finanzmärkte müssten gebändigt und Spekulanten, die auf sinkende Währungen setzen, an die kurze Leine genommen werden, ist oft zu hören. Dabei wird ausgeblendet, dass Trader nur Trittbrettfahrer, nicht aber die Wurzel des Problems sind. Die grössten Spekulanten sind derzeit nicht in den Finanzfirmen zu finden, sondern in Regierungspalästen: Es sind Staatschefs von EU-Staaten, die dramatisch hohe Schuldenberge aufgetürmt und damit den Euro massiv geschwächt haben. Als sei dies nicht genug, machen sie das, was für jeden Kleinanleger eine Todsünde ist: Sie werfen dem schlechten noch gutes Geld nach und nehmen bewusst eine steigende Inflation in Kauf.
Die Flucht der Anleger aus dem Euro in den Franken belegt, dass immer mehr Bürger der Euro-Länder Sicherheit suchen, weil sie merken, dass eine Wende im Schuldendrama nicht mittels neuer Kredite erreicht wird. Nötig ist eine strikte Schuldenbremse, also das Gegenteil dessen, was die Euro-Politiker tun, und eine Umschuldung der Krisenländer. Statt den Kern des Problems anzugehen, spekulieren die Staaten darauf, dass sich die Lage – vielleicht – dank der Steuermilliarden beruhigt. Da ist es nur folgerichtig, dass Politiker von EU-Ländern das Nichtmitglied Schweiz für die Euro-Hilfen zur Kasse bitten sowie eine Steuer auf Finanztransaktionen einführen wollen. Dabei ist klar, dass eine solche Steuer weder gerecht ist noch Kursschwankungen verhindert. Ganz sicher aber hemmt sie Investitionen, verteuert die Finanzierung von Firmen und Staaten und bremst das Wirtschaftswachstum. Zu solchen Dummheiten darf die Schweiz nie Hand bieten.
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