Die UBS hat noch etliche Rechnungen offen

16. Juni 2010

Ein Happy End ist es nicht: Immerhin ist das leidige Kapitel Staatsvertrag praktisch vom Tisch. Mit ihrem Ja zum US-Abkommen haben National- und Ständerat der UBS wie schon bei der Finanzhilfe zähneknirschend unter die Arme gegriffen und sie aus dem Schlamassel gezogen, in das sie sich hineinmanövriert hatte. Umso mehr freuen wir uns, wenn es der Bank bald wieder richtig gut geht.

Vielleicht, Herr Villiger und Herr Grübel, wäre es aber einmal an der Zeit, dass Sie sich bei der Schweizer Öffentlichkeit für die erneute Staatshilfe bedanken. Ohnehin hat Ihre Bank noch viele Rechnungen offen, die Sie gelegentlich begleichen sollten. Noch immer sitzt die Nationalbank auf Ramschpapieren aus Ihrem Giftschrank. Noch immer kämpft die Schweiz um das, was vom Bankgeheimnis übrig geblieben ist. Dieses wurde massgeblich aufgrund der UBS-Steueraffäre gelockert, womit ein wertvoller Standortvorteil unseres Landes geopfert wurde.

Nach allem, was geschehen ist, präsentiert sich die UBS als gefallener Star, der nochmals eine Chance bekommen hat. Für Starallüren hat es da allerdings keinen Platz mehr, auch nicht für Stargagen – dafür umso mehr für Nachsicht, Einsicht und Rücksicht. Nachsicht, wenn es darum geht, die «Too big to fail»-Problematik zu lösen und höhere Kapitalanforderungen zu akzeptieren. Einsicht, dass sich die UBS stärker auf das Vermögensverwaltungsgeschäft fokussieren und dem Land mittels neuer Arbeitsplätze und einer fairen Kreditpolitik für KMU etwas zurückgeben sollte. Und Rücksicht auf die Gesellschaft, die für hohe Millionen-Boni nur etwas übrig hat: Unverständnis.

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