Die Risiken für UBS und CS nehmen wieder zu

5. Mai 2010

Erstmals seit der Finanzkrise hat die UBS wieder mehr verdient als ihre Konkurrentin Credit Suisse. Dennoch schneidet die CS bei den meisten Kennzahlen besser ab – vor allem bei den Kundengeldern. Während bei der UBS im 1. Quartal noch 18 Mrd Fr. an Vermögen abflossen, hatte die CS mit einem starken Neugeldzufluss von 26 Mrd Fr. überrascht. Immerhin dürften die neusten Zahlen aber das Kundenvertrauen in die UBS deutlich stärken. Die grössten Fortschritte haben beide Institute im Investment Banking gemacht, wo insbesondere die UBS nach ihrem Milliarden-Schlamassel erstaunlich rasch Tritt gefasst hat. Doch auch hier steht die CS noch besser da und hat sogar weitere Marktanteile gewonnen.

So sehr man sich über diese Erfolge im Investment Banking freut, so stellt sich die Frage, wie nachhaltig die Gewinne in dieser Sparte tatsächlich sind. Obwohl CS und UBS nur wenig direkt in Griechenland-Anleihen exponiert sind, würde eine Eskalation der Schuldenkrise deren Gewinnaussichten massiv beeinträchtigen. Trotz Milliardenhilfe ist Griechenland jedenfalls noch nicht nachhaltig gerettet. Und Spanien und Portugal könnten ebenfalls bald EU-Hilfe nötig haben.

Auch im Vermögensverwaltungsgeschäft wird das Markt-umfeld aus regulatorischen Gründen rauer. Noch ist die UBS zu wenig stabil, um eine zweite Finanzkrise, die angesichts der Schuldenberge in Europa wahrscheinlich ist, ohne Hilfe zu überleben. Die Risiken für die UBS, die CS und die Schweiz als Ganzes nehmen wieder zu. Deshalb ist es höchste Zeit, dass Bundesrat und Parlament rasch tragfähige Lösungen für die «Too big to fail»-Problematik umsetzen.

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